Proteste gegen Mediamarkt-Eröffnung – Aufforderungen der Staatsanwaltschaft

Diverse Personen, welche gegen ihre Strafbefehle im Zusammenhang mit den Anti-Mediamarkt-Protesten vom März 2015 Einsprache erhoben haben, erhielten in den letzten Tagen Post von der Staatsanwaltschaft. Darin werden sie aufgefordert die Einsprache innert 10 Tagen zurückzuziehen, ansonsten würden weitere Kosten entstehen. In diesem Kontext möchten wir die Betroffenen darauf hinweisen, dass – wenn überhaupt – die Kosten nur geringfügig steigen werden. Zurückziehen könnt ihr die Einsprache ausserdem auch noch bis kurz vor der (allfälligen) Gerichtsverhandlung.

Desweiteren empfehlen wir den Betroffenen:

Falls ihr «nur» der Hinderung einer Amtshandlung beschuldigt werdet:

a) Wenn ihr den Eindruck habt, der im Strafbefehl geschilderte Ablauf stimme in etwa mit eurer Wahrnehmung der Realität überein – besonders dessen, was ihr individuell gemacht haben sollt (wie zB. sich aneinander festgehalten, bei der Verhaftung gewehrt, etc.)–, solltet ihr die Einsprache zurückziehen.

b) Unterscheidet sich der im Strafbefehl geschilderte Ablauf deutlich mit eurer Wahrnehmung der Realität, oder erscheint die Strafe ungewöhnlich hoch, solltet ihr an der Einsprache festhalten. Ausserdem solltet ihr die Akten einsehen gehen (im Amtshaus, Hodlerstrasse 7), diese wenn möglich kopieren oder fotografieren (oder sonst zumindest Notizen machen) und euch danach bei uns melden, damit wir gemeinsam das weitere Vorgehen besprechen können.

Falls ihr noch weiterer Straftaten beschuldigt  werdet:

  • In diesem Fall solltet ihr die Einsprache auf keinen Fall zurückziehen, sondern die Akten anschauen gehen (siehe oben) und euch so schnell als möglich bei uns melden!

Solidarische Grüsse

Antirep Bern